Stiftung Eichholz

Neustadt

Kaum entzifferbare Buchstaben am Wohnhaus Eichholz 43? Was war hier wohl?

Die Schrift weist auf ein ehemaliges Wohnstift hin, denn das Gebäude wurde 1851 für die „Stiftung zum Andenken an die bürgerliche Gleichstellung der Hamburger Israeliten“ gebaut, die von wohlhabenden jüdischen Bürgern aus Anlass ihrer zwei Jahre zuvor erreichten Gleichberechtigung initiiert wurde.

Die Stiftung atmete den Geist der Demokratie und des interreligiösen Austauschs. Keine Selbstverständlichkeit damals! Und so gingen die Wohnungen zu gleichen Teilen an jüdische und christliche Familien, die auch Mitspracherechte besaßen, wie auch der Stiftungsvorstand paritätisch aus Juden und Christen bestand.

Bis etwa 1970 blieb das Haus im Besitz der noch heute existierenden „Vaterstädtischen Stiftung“, wie die Institution seit 1876 heißt. Wohnstiftungen halfen bei der Linderung der großen Wohnungsnot, die durch das starke Wachstum der Stadt ab der Mitte des 19. Jhs. immer drückender wurde, insbesondere für alleinstehende ältere Frauen.

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