Dieses monumentale Kriegerdenkmal wurde 1934 bis 1936 auf Veranlassung des damaligen Nazi-Senats errichtet, dem das erst wenige Jahre zuvor von Ernst Barlach geschaffene Ehrenmal am Rathausmarkt („Vierzigtausend Söhne der Stadt ließen ihr Leben für euch“) nicht heroisch genug war. Kuöhl schuf daraufhin einen sieben Meter hohen Muschelkalk-Quader mit lebensgroßen Soldaten, die unter der martialischen Liedzeile „Deutschland muss leben und wenn wir sterben müssen“ in Reih und Glied einher marschieren – ins Gefecht oder gar in den Tod?
Nach dem Zweiten Weltkrieg sollte das Denkmal nach dem Willen der britischen Besatzungsmacht eigentlich gesprengt werden, blieb jedoch erhalten und diente noch bis in die 1970er Jahre als Schauplatz für offizielle Gedenkveranstaltungen, Neonazi-Aufmärsche und Antikriegs-Demos. 1982 beschloss der Senat, das umstrittene Denkmal durch ein Gegendenkmal „einzuhegen“. Den Auftrag dafür erhielt Alfred Hrdlicka (1928-2009), der jedoch nur zwei von ursprünglich vier geplanten Anti-Kriegs-Monumenten realisierte. Die beiden Kunstwerke erinnern zum einen an die Opfer der Luftangriffe auf Hamburg, zum anderen an die Versenkung des Schiffs Cap Arkona kurz vor Kriegsende im Mai 1945, bei der tausende an Bord befindliche KZ-Häftlinge aus Neuengamme umkamen.
Im November 2015 wurde zwischen „Kriegsklotz“ und Gegendenkmal noch ein weiteres, von Volker Lang gestaltetes Mahnmal für Deserteure und andere Opfer der NS-Militärjustiz eingeweiht. Zusammen mit weiteren Gedenk- und Informationstafeln spiegelt die Gesamtanlage beispielhaft das jahrzehntelange Ringen um eine angemessene historische Einordnung und Bewertung des Zweiten Weltkriegs als Vernichtungskrieg.
Den "Kriegsklotz" zeigen wir bei folgender Führung
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