Hamburger auf Walfang – oder wie das Schulterblatt zu seinem Namen kam

Die Straße „Schulterblatt“ im Hamburger Schanzenviertel verdankt ihren Namen einem findigen Wirt, der einst das Schulterblatt eines Wals als Ladenschild vor seine Tür hängte, welches zuerst dem Lokal und später der ganzen Straße den Namen gab. Zugleich verweist das heute im Museum für Hamburgische Geschichte aufbewahrte Wal-Relikt auf einen weithin vergessenen Wirtschaftszweig, der aber vor allem im 17. und 18. Jahrhundert eine bedeutende Rolle für Hamburg spielte – den Walfang!

Seit der Entdeckung Spitzbergens im Jahr 1596 zogen vor allem englische und holländische, später friesische und eben auch Hamburger Schiffe alljährlich von Mai bis September auf Walfang in das Seegebiet zwischen Spitzbergen und Grönland. Begehrt war vor allem der Walspeck (Tran), der bis zur Entdeckung des Petroleums im 19. Jahrhundert als Lampenöl begehrt war, aber auch als Schmiermittel und zu kosmetischen Zwecken diente. Die Verarbeitung des Trans fand in so genannten Tranbrennereien statt, die aufgrund ihres üblen Geruches meist außerhalb der Stadt lagen, in Hamburg vor allem in der Gegend des späteren St. Pauli Fischmarkts.  

Aber auch die als „Fischbein“ bezeichneten Barten der Wale wurden zu Reitpeitschen, Korsettstangen, Reifrock-Reifen, Sonnenschirmstreben, Hüten, Bürsten, Kämmen und anderen Modeartikeln verarbeitet. Neben Walen wurden auch Eisbären und Robben gejagt, vor allem wegen ihrer Pelze. Im 19. Jahrhundert ging die Bedeutung des Walfangs rapide zurück, da einerseits die Bestände bereits so stark dezimiert waren, dass sich die gefährlichen Fahrten oft nicht mehr rechneten, und andererseits Waltran und Fischbein zunehmend durch andere und billigere Rohstoffe verdrängt wurden.

Das Schulterblatt ist Thema unserer Stadtführung:

Spannende Stadtführungen mit Stattreisen Hamburg e.V.:

Kieztour hinter den Kulissen
2 Stunden ab 15/16 Jahre ganzjährig
Soziales Leben auf St. Pauli zwischen Straßenstrich und Gentrifizierung

Im Fokus dieser etwas anderen Kieztour stehen die sozialen Aktivitäten auf dem Kiez und auf St. Pauli. Es geht um seelsorgerische Anlaufstellen für Prostituierte, um Einrichtungen der katholischen Kirche, um Obdachlosehilfe, die Heilsarmee und ein Hospiz. Zudem stellen wir soziale Initiativen und Projekte wie das Hafenkrankenhaus und „Park Fiction“ vor, die dem Leben auf St. Pauli ihr besonderes Gesicht geben.

Tour mit Live-Musik
2 Stunden ab 18 Jahren Einzeltermine Mai bis Oktober
Musiktour auf St. Pauli One! Two! Three! Four!

Auf dieser musikalischen Kieztour erkunden Sie die Musikgeschichte St. Paulis. Uns begegnen Künstler wie Udo Lindenberg und Fettes Brot, Hans Albers, die Beatles und viele weitere Musikstars, die auf dem Kiez berühmt geworden sind. Außerdem erfahren Sie spannende Geschichten zu den bekanntesten Musik-Clubs (u.a. Große Freiheit 36, Docks, Mojo und Gruenspan). Besonderes Highlight: Zusätzlich zu den Geschichten über Musiker und Clubs werden die bekanntesten Songs auf dem Weg vom Millerntorplatz bis zur Großen Freiheit live vorgetragen.

Moderne Kunst
2 Stunden ganzjährig
Graffiti und StreetArt - Stadtführung Aufgesprüht und hingeklebt

Eine Stadtführung durch Hamburgs größte Freiluftgalerie, das Schanzenviertel. Was hat Goethe mit Graffiti zu tun und was hat OZ zur Legende gemacht? Entdecken Sie auf diesem Stadtrundgang durch das Szeneviertel Schanze die facettenreiche Welt der StreetArt!

✓ Infos zu den Künstler:innen

✓ Vermittlung der verschiedenen Techniken

✓ permanente Anpassung und Weiterentwicklung der Tour

✓ es führen echte Expert:innen der Szene

✓ wir zeigen spannende Kunst an besonderen Orten

Mit Spaß unterwegs
2,5 h ganzjährig
Die Stadtrallye Aktiv in der Stadt unterwegs: City, Speicherstadt, Hafencity

Entdecken Sie mit vielen Quizfragen Hamburg! Stimmt es, dass die Alster eigentlich ein Mühlenteich ist? Was hat der Große Brand mit Venedig zu tun und stand hier früher ein Schloss?

 

✓ Die Gruppe wird von einem Guide begleitet!

✓ Teambildung per Losverfahren

✓ Inkl. aktivem Rallye-Part auf eigene Faust

✓ Alster, Rathaus, Börseninnenhof

✓ Architektonische und historische Einblicke in die Geschichte der Handels- und Lagerhäuser / UNESCO-Welterbe

✓ Ausblick auf die HafenCity

✓ Tipps für anschließenden Restaurantbesuch

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