Chilehaus – Weltkulturerbe und Symbol des Kolonialismus

Das Chilehaus gehört zu den bekanntesten und meistfotografierten Gebäuden in Hamburg. Es gilt zudem seit seiner Erbauung vor 100 Jahren als eine Ikone des Backsteinexpressionismus. Dieser Architekturstil der 1920er Jahre verbindet Tradition (Backstein) mit Moderne (Expressionismus) und wurde maßgeblich von Fritz Höger mitgeprägt, der auch das Chilehaus entwarf.

Der aus einfachen Verhältnissen stammende Bauernsohn war kein studierter Architekt, sondern 
hatte eine handwerkliche Bauausbildung durchlaufen und legte deshalb besonderen Wert auf die 
handwerkliche Qualität seiner Bauten. Der aus Ton und Lehm gebrannte Backstein (oder Klinker) 
war für Höger idealer Ausdruck von Bodenständigkeit und Heimatverbundenheit. Doch trotz ihrer 
traditionell anmutenden Backsteinhülle waren Högers Bauten im Inneren zugleich modern und 
zukunftsweisend: Rasterfassaden und Skelettbauweise aus Stahl und Beton ermöglichten eine 
flexible Aufteilung und Anpassung der Büroflächen an die Bedürfnisse der Mieter, und wie alle 
Kontorhäuser waren sie mit modernster Technik ihrer Zeit ausgestattet, unter anderem mit den 
damals beliebten Paternoster-Aufzügen. 


Der Name Chilehaus verweist übrigens auf die Herkunft des Geldes, mit dem der Hausbau 
finanziert wurde: Bauherr Henry B. Sloman hatte vor dem Ersten Weltkrieg mit dem Import von 
Salpeter aus Chile ein riesiges Vermögen erworben, das er nach dem verlorenen Krieg in 
Immobilienprojekte wie das Chilehaus investierte. Der Salpeter wurde in Chile unter heute 
unvorstellbaren Arbeitsbedingungen abgebaut, die Spuren der kolonialen Ausplünderung von 
Mensch und Natur sind bis heute gegenwärtig – auch im Chilehaus. Und Fritz Höger hatte bei 
aller Genialität und Baukunst auch eine dunkle Seite: Er biederte sich früh den Nationalsozialisten 
an und entließ Anfang 1933 seinen jüdischen Mitarbeiter Ossip Klarwein, der später nach Israel 
emigrierte und dort unter anderem das Knesset-Gebäude in Jerusalem entwarf.

Das Chilehaus ist Thema unserer

Der Klassiker
2 h April bis November
Rundgang UNESCO-Welterbe Kontorhausviertel und Speicherstadt

Entdecken Sie architektonische Wunderwerke und erfahren Sie, warum das Kontorhausviertel und die Speicherstadt zum UNESCO-Welterbe gehören.

✓ Chilehaus, Sprinkenhof etc.

✓ UNESCO-Welterbe

✓ Architektonische und historische Einblicke in die Geschichte der Handels- und Lagerhäuser

✓ Einmalige Erlebnisse wie der Besuch besonderer Treppenhäuser im Kontorhausviertel

✓ Ausblick auf die HafenCity

inkl. Treppenhäuser
2 Stunden ganzjährig
Das Kontorhausviertel Tippmamsells und Paternoster

Entdecken Sie imposante Treppenhäuser und besonderen Fassadenschmuck, hören Sie spannende Fakten über die Entstehungsgeschichte der Kontorhäuser

 

✓ inkl. Blick in die Treppenhäuser

✓ fachlich hochwertige Informationen zu den Gebäuden

✓ Zitate und Anekdoten über die Arbeitsverhältnisse

✓ Laiesz-Hof, Afrika-Haus, Chilehaus, Meßberghof, Sprinkenhof

mit Museumsbesuch
2 Stunden ganzjährig
Speicherstadt und Kaffeemuseum Die Speicherstadt und die Welt des Kaffees

Eine aromatische Reise durch die Geschichte des Kaffees direkt im Herzen der Speicherstadt.

 

✓ Erkundung des größten Lagerhauskomplexes der Welt

✓ Geschichten und Anekdoten über den Handel mit Gewürzen und anderen Überseewaren

✓ Einmaliges Geruchserlebnis durch Duftproben aus der Speicherstadt

✓ Besuch und Führung im Kaffeemuseum inklusive Einblicke in die Geschichte und Kultur des Kaffees

✓ inkl. Röstkaffeprobe

Genusstour
2 Stunden ganzjährig
Duft der weiten Welt Die Speicherstadt und die Welt der Gewürze

Bei dem Spaziergang durch das Lagerhausensemble erzählen wir von der Entdeckung ferner Kontinente, von Tee, Kaffee, Kakao und von Gewürzen, die hier in den repräsentativen Gemäuern gelagert wurden. Dabei präsentieren wir Zitate und Amüsantes aus der Welt der Kolonialwaren.

 

✓ inkl. Duftproben

✓ Blick in einen Teppichspeicher

✓ unterhaltsame und qualitätvolle Moderation

✓ inkl. Kaffee und Kuchen

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